Steuern beim Aktienverkauf


#1

Wenn ich eine Aktie mit Gewinn verkaufe, fallen Steuern an. Diese Steuer wird nur im aktuellen Jahr berücksichtigt und als einzelne Aktion beim Verkauf gewertet. Das heißt, einzelne Jahresrenditen, sind durch die Steuer nicht vergleichbar.

Beispiel: Kauf einer Aktie am 1.1.2015. Diese steigt gleichmäßig um 50% pro Jahr. Nach zwei Jahren (31.12.2016) wird die Aktie mit 125% Gewinn verkauft. Nach Abzug von hypothetischen 25% Steuern bleibt also ein Gesamtertrag von 93,75%.

Der TTWRR verteilt sich nun aber auf 50% im Jahr 2015 und 29,17% im Jahr 2016. Genauso der interne Zinsfluss. Dass ist aber mMn nicht korrekt. Die Steuer auf den Kursgewinn sollte gleichmäßig auf die beiden Jahre verteilt werden. Die Position war ja tatsächlich nie mehr als 193,75% des Ausgangbetrags wert, d.h. die Performancekurve sollte nach dem Verkauf nicht plötzlich um die Steuer sinken, sondern insgesamt herabgesenkt werden.

Ich hätte auch ein Beispiel-Portfolio-XML, ich darf diese aber als neuer Benutzer noch nicht hochladen.


Echtes EK abbilden: Steuerabzüge der Zukunft abbilden
#2

Stell Dir vor, Du machst zwei Mal eine Performanceauswertung für das Jahr 2015.

  • Einmal am 31.12.2015. Einen Verkauf und Steuern gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
  • Dann am 31.12.2016. Der Verkauf und die Steuern sind jetzt bekannt.

Sollte die angezeigte Performance für 2015 nicht identisch sein? Wenn die sich nachträglich ändert, fände ich das verwirrend und nicht konsequent.

Was die Fragestellung lösen könnte, wäre eine tägliche Simulation eines Verkaufs inkl. der anfallenden Steuern. Dann könnte man ständig eine (Netto-)Performance berechnen, die die latenten Steuern beim Verkauf beinhaltet. Dann müsste PP aber das Steuerrecht verschiedener Länder etc. nachimplementieren, das ist so gut wie unmöglich. Außerdem kann sich das Steuerrecht ja auch ändern, dann würde sich die Performance auch wieder sprunghaft ändern. Das wurde auch hier schon einmal diskutiert:

Sinnvoller erscheint mir der Ansatz, (klarer) zwischen Brutto- und Nettoperformance zu unterscheiden:

Die Bruttoperformance (ohne Berücksichtigung von Steuern) kann sich nachträglich nicht ändern.


Steuersimulation
#3

Danke für die ausführliche Antwort. Zu deinem Beispiel: die effektive Netto-Performance hat sich nach einem Verkauf tatsächlich verändert und sollte dementsprechend auch verringert sein. Die Netto-Performance macht mMn erst nach einem Verkauf Sinn, da ja nicht nur verschiedene Steuersysteme mit reinspielen, sondern auch noch der Freibetrag. Nach einem Verkauf ist aber bekannt, wie hoch der tatsächlich gezahlte Steuersatz ist und man könnte die Netto-Performance über die Zeit, wie von dir beschrieben berechnen.

Bei der jetzigen Implementierung, werden halt Netto und Brutto-Performance durchmischt, weshalb einzelne Jahre nicht mehr vergleichbar sind. Ich komme darauf, weil ich dieses Jahr einige schon länger laufende Gewinne realisiert habe und nun auf einmal eine negative Jahresperformance habe, obwohl die meisten Aktien im Plus sind. Die von dir genannte Brutto-Performance, bei der die die einzelnen Kennzahlen ohne Steuer berechnet werden, wäre zur Vergleichbarkeit aber auch schon ausreichend.