Teilverkäufe verfälschen Einstiegskurs


#1

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Hallo, mir ist aufgefallen, dass Teilverkäufe den Einstiegskurs verfälschen. Entsprechend wird die Vermögensaufstellung falsch berechnet. Ich habe das in beigefügtem Beispiel mal mit einer Aktie nachgestellt. Löscht man den letzten Verkauf, so stimmt der Einstiegskurs in der Vermögensaufstellung.

PS: Den Einstiegskurs muss man in der Vermögensaufstellung zunächst einblenden.


Steuersimulation
#2

Welcher wäre denn Deiner Meinung nach der richtige? Siehe auch: Was sollte ich beim Melden eines Fehlers beachten? Stichwort FIFO!

Inhaltlich siehe auch: Einstandskursberechnung


#3

Hallo Thomas,

was mein Minimalbeispiel leider nicht berücksichtigt hat ist, dass der letzte Kauf und Verkauf in einem anderen Depot stattgefunden hat, als die anderen Käufe. Man kann hier also nicht von einem anonymen Bestand ausgehen. Ich habe das Beispiel dahingehend angepasst. Der von mir erwartete Kurs läge bei 22,xx€

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#4

In anderen Worten: Du bemängelst, dass Portfolio Performance depotübergreifend FIFO anwendet. Alternativ könnte man depotweises FIFO anwenden oder gar kein FIFO, sondern LIFO oder den Einstandskurs über alle Käufe mitteln, etc. pp.

Es ist richtig, dass PP hier nicht steuerlich korrekt vorgeht. Die Frage ist, ob PP steuerlich korrekt rechnen sollte. Wir hatten die Diskussion an anderer Stelle schon und es ist nicht Ziel von PP die deutsche Steuergesetzgebung nachzubilden. Die ist dafür zu komplex. Abgesehen davon gibt ja auch Nutzer, die ihre Steuern nicht in Deutschland bezahlen.

Ich glaube, es gibt keinen Königsweg für die Berechnung des Einstandskurses, der alle glücklich macht.

Wenn Du lieber depotweises FIFO anwenden möchtest, kannst Du als Workaround das Wertpapier mehrfach anlegen und in jedem Depot ein anderes verwenden. Dann würde bei einem Bestand in mehreren Depots das Wertpapier auch mit den verschiedenen Einstandskursen in der Vermögensaufstellung aufgeführt.


#5

Hallo Thomas,

okay.

In erster Linie geht es mir weniger darum, steuerliche Gegebenheiten abzubilden, als meine Performance zu tracken. Die ist dann in diesem Punkt leider verfälscht, da mein Einstandskurs in diesem Fall um 20% abweicht.

Insofern werde ich erst einmal mit dem Workaround leben, finde es aber durchaus eine Diskussion wert, ob FIFO nicht je Depot angewandt werden sollte. Vielleicht kann @AndreasB sich da ja auch einmal Gedanken zu machen.

Viele Grüße


#6

Natürlich kann man das diskutieren :slight_smile:

Das würde ich so nicht unterschreiben.

Beispiel: Du kaufst ein Wertpapier zweimal und machst dann einen Teilverkauf (und verkaufst dann später den Restbestand). Alles in einem Depot.

Wertpapiere sind fungibel, d.h. ob Du nun die Wertpapiere aus dem ersten oder dem zweiten Kauf verkauft hast, ist nicht feststellbar.

Alternativ: Du machst das ganze in zwei verschiedenen Depots.

Jetzt kann man in gewissem Maße eine Zuordnung der Käufe und Verkäufe machen, auch wenn die Stücke selbst gar nicht identifizierbar sind (und vielleicht zwischendurch verliehen wurden etc.). Aber ändert sich dadurch Dein Gewinn im vergleich zum ersten Beispiel? Ich denke nicht.

Die Frage der Zuordnung der Verkäufe zu den Käufen entscheidet auch nicht, wie sich Dein Gewinn verändert, sondern alleine wie sich Dein Gewinn zwischen dem ersten Verkauf und dem zweiten/noch folgenden Verkauf verteilt. In Summe ändert er sich nicht. Und für die Aufteilung zwischen erstem und zweiten Verkauf gibt es da meiner Meinung nach kein “richtig”.

Der deutsche Gesetzgeber hat sich für die Berechnung der Steuer für depotweises FIFO entschieden. Man kann auch für depotweises FIFO argumentieren, dass man den Gewinn genau pro Depot ausrechnen möchte.

Genauso gut könnte man argumentieren, dass ein depotübergreifendes FIFO “richtiger” wäre und nur aus praktischen Gründen (Umsetzbarkeit…) für die Steuerberechnung depotweises FIFO angewandt wird. Im Sinne einer Gesamtbetrachtung sind die Depotgrenzen auch irrelevant.

Alternativ könnte man beide Verkäufe so bewerten, als wären alle Stücke zum durchschnittlichen Kurs der beiden Käufe gekauft worden. Das wäre dann auch der Kurs, der da bislang als Einstandskurs angezeigt wurde - das entbehrt ja auch nicht einer gewissen Logik.

Für jede Variante gibt es Argumente.


#7

Da hast du natürlich recht.

Und auch damit.


#8

Erst mal vielen Dank dass Ihr das Problem/die Fragestellung so gut herausgearbeitet habt. So was hilft ungemein :smile: :+1:

Lustigerweise habe ich auf meinem PC Source Code rumfliegen für eine Trade Analyse. Um Trades auszuwerten, muss ich Kauf- und Verkaufbuchungen zuordnen. Für die Trades mache ich das pro Depot (ich bin allerdings “hängen” geblieben wenn man Wertpapiere munter zwischen Depots hin- und her bucht und dabei das Kaufdatum für die FIFO Berechnung stehen lassen muss). Ich kann mal schauen ob ich dieses Verhalten auch auf die FIFO Einstandsberechnung anwenden kann.


Berichte > Umrechnung EUR zu CHF falsch?