Abbildung von Freistellungsauftrag, Steuertöpfen und Verlustverrechnung

Ich habe Schwierigkeiten das Thema Steuern sauber abzubilden. Man hat in Deutschland bekanntlich einen Freibetrag (FSA) von 801 € (als Single) für Kapitalerträge. Wenn ich nun Aktien verkaufe und mein Freistellungsauftrag ist noch nicht ausgeschöpft, dann berechnet mir die Bank keine Steuern und Scalable bucht da entsprechend auch keine Steuern. Es macht - für PP - also einen Unterschied ob ich erst Aktie A mit Gewinn verkaufe (sagen wir das schöpft den FSA aus) und dann Aktie B mit Gewinn. Dann würden bei B Steuern anfallen und bei A nicht. Dabei ist Aktie B eigentlich “unschuldig”.

Es wird noch schlimmer wenn Verkäufe mit Verlusten dazukommen. Diese generieren quasi “negative Steuern” und werden mit vorherigen Gewinnen verrechnet und ich erhalte ggf. was zurück. Diese Erstattung lässt sich aber nicht eindeutig einem bestimmten Verkauf zuordnen.

Noch schlimmer wird es, wenn ich bei dieser Depotbank gar nicht meinen kompletten FSA habe und dann am Jahresende mit der Steuererklärung noch mehr Steuern zurück bekomme.

Ich will das Steuerthema nicht untern Tisch fallen lassen, aber ich will auch nicht, dass Verkäufe am Jahresanfang besser darstehen weil da wegen dem FSA weniger Steuern anfallen.

Wie bildet ihr das ab?

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Hallo masgo,

in PP wird das so abgebildet, wie es dir dein Broker mitteilt. Steuern werden in PP nur geführt, nicht aber behandelt. Du bezahlst auch keine Steuern auf Aktien, sondern auf Einkünfte, die den FSA übersteigen.

… übrigens, “… wegen des FSA …”

Ja, deswegen gibt es verschiedene Auswertungen/Datenreihen „vor Steuern“, oder z.B. in der Performance-Berechnung Steuern als eigenen Posten neben Kursgewinnen usw. Wenn du die Performance von Aktie A und Aktie B vergleichen willst, solltest du die Steuern ausblenden.

Ich stehe vor dem gleichen Problem wie masgo.
Das “vor Steuern” funktioniert ja nicht richtig, weil es z.B. heute nur fiktive Steuern sind, weil ich den Sparerfreibetrag noch nicht ausgeschöpft habe.
D.h. mein heutiger Verkauf mit Verlust sieht schlechter aus als wenn ich ihn Ende des Jahres mache, wenn die Dividenden den Freibetrag aufgefressen haben…

Ginge denn eine Konstruktion mit fiktiver Zubuchung zur Aktie und aktienunspezifischer fiktiver Ausbuchung?

Also:
100 EUR Verlust, d.h. fiktiv würde ich eine Steuergutschrift von 26,xx EUR in das Depotkonto auf die Aktie anlegen
Da das Geld real nicht da ist, müsste ich eine Steuerbelastung in gleicher Höhe ohne Aktienbezug einbuchen

Hat/hätte diese Konstruktion Konsequenzen für die Gewinnberechnung (der Aktie und des Depots)?

Warum buchst du in PP nicht einfach die Belege so, wie die die dein Broker zur Verfügung stellt?

Ich verstehe nicht ganz auf was ihr hinaus wollt?

Vielleicht hat er seinen FSA nicht beim Broker hinterlegt und macht das über die Steuererklärung? Ich weiß zwar nicht warum man das machen sollte, aber möglich ist es.

mfg. Autarch

Aber auch dann wäre seine Liquidität in der Auswertung falsch, weil die Buchungen nicht der Realität entsprechen. Ich verstehe es auch nicht und habe eher das Gefühl es wird in der falschen Auswertung gesucht.

Vielleicht könntet ihr nochmal den Sinn erklären bzw. was ihr erreichen wollt.

Die Idee ist, dass die Steuerbelastung auf einzelne Aktien nichts mit dem Investment an sich zu tun hat, sondern ob der Steuerfreibetrag/Gewinn-Verlusttopf schon ausgeschöpft wurde oder nicht.

Ich habe gestern ca. 300 EUR Verlust realisiert. In PP wird das m.W. als voller Verlust gewertet, aber es erhöht ja meinen Verlusttopf.
Die gleiche Transaktion, wenn ich vorab Gewinne realisiert hätte, würde mir ca. 75 EUR Steuererstattung bringen, die ich dem Verlust dieser Aktie zurechne.
Das gleiche gilt für Gewinne, die ich jetzt realisiere, und spätere Dividenden, die plötzlich steuerpflichtig werden.

Für die Performanz des Gesamtdepots macht das keinen Unterschied, aber wenn ich einzelne Aktien betrachte, dann evtl. schon. V.a. wenn es um Dividenden geht, die immer im Herbst anfallen… Aber vielleicht liege ich auch in meiner Betrachtung falsch.

Aber vielleicht erklärt mir auch jemand, wie die Anzeige/Berechnung ohne Berücksichtigung der Steuern funktioniert… Aber das ist dann ja nur die halbe Wahrheit, weil ich dann die Steuerbelastung ignoriere.

Ich habe jetzt 10 Jahre ohne dem gelebt und es bricht die Welt nicht zusammen, aber interessant wäre es doch wenn es sich einfach realisieren ließe. V.a. wenn ich mal meine Investitionstätigkeiten reflektiere, welche AKtien gut oder schlecht gelaufen sind…

Denk, denk, denk. Ich komme in der Tat zum Schluss, dass meine Überlegung hier schwierig umzusetzen ist.
Denn der Steuersatz für jede Transaktion ergibt sich ja erst am Ende der Jahresperiode, d.h. ich müsste am Ende des Jahres jede dieser - fiktiven- Steuerzuordnungen anhand der realen Steuerbelastung neuberechnen.

1600 EUR sind bei mir steuerfrei
Bei 2000 EUR Gewinn habe ich eine Gesamtbelastung von 104 EUR, d.h. eine Steuerbelastung von 5,2%
Bei 3000 EUR habe ich eine Gesamtbelastung von 364 EUR, d.h. eine Steuerbelastung von 12,1%

Das Grundproblem bleibt natürlich: Die Zahlung der 364 EUR verteilt sich vielleicht auf zwei, drei Verkäufen oder Dividendeneinnahmen, die anderen Verkäufe/Dividenden werden so nicht belastet…

Prinzipiell müsste das mit einem entsprechenden Algorithmus schon zu berechnen sein…