"Asset Classes" + "Asset Allocation" Hilfestellung


#1

Hi, ich bin relativ neu mit dem Theam Portfolio Performance.
Gibt es eine Hilfe, wie was einzuteilen ist?
Tagesgeld und Verrechnungskonto ist Barvermögen - klar.
Eine Aktie A ist doch Eigenkapital?
Ein ETF B ist Eigenkapital?
Ein Optionsschein C dann auch Eigenkapital?
Das Geld bei P2P Plattformen D ist Fremdkapital?

Das geht dann weiter zur Asset Allocation.
Ist nicht alles was nicht Tagesgeld ist “Risikobehafteter Portfolioanteil”?
Tagesgeld = “Risikofreier Portfolioanteil”?

Es wäre nett wenn mich mal einer aufklären könnte.
Danke
Gruss Deniz


#2

Unter Fremdkapital fällt alles, was nicht aus eigener Finanzkraft gekauft ist. Darunter fallen z.B. Kredite oder geliehenes Geld (Bsp.: Ein “Asset”, dass zumeist mit Fremdkapital finanziert wird, ist ein Eigenheim oder ein Auto. Wobei durchaus strittig ist, ob ein Auto als Asset gelten darf.). Im Allgemeinen sind es Hebel, die man nutzt. Sie sind mit äußerster Vorsicht zu genießen!

Zum Thema Risiko ist zu sagen, dass Risiko nur persönlich definiert werden kann. Es müssen die eigenen Lebensumstände genau so betrachtet werden, wie der eigene Charakter. Habe ich geregeltes Einkommen? Ist mein Job sicher? Wie sicher ist mein Job? Habe ich Verantwortung für andere (Kinder, Ehepartner, Arbeitnehmer)? Bin ich ein “zittriger” Charakter, wenn es um Geldanlagen geht? Bin ich ein Spieler?
Allgemein aber wird Risiko oft mit Volatilität verstanden. Volatile Assets gelten als risikoreich. Somit sind alle Anlageformen, die eine möglichst niedrige Volatilität aufweisen risikoarm. Dabei ist zu bedenken, dass es nichts geschenkt gibt. Rendite kommt meinst daher, dass man Volatilität ausgesetzt ist.

In dem Sinn kann man sagen, dass zu den risikoarmen Klassen das Geld, Geld auf dem Girokonto, Tages- & Festgeld aber auch Anleihen mit hoher Bonität gelten können. Bitte erkenne, dass ich sie absichtlich in der Reihenfolge gelistet habe.
Aufsteigend nimmt sowohl die Volatilität, als auch die Rendite zu.

Ich hoffe, dass ich helfen konnte. Meine Empfehlung wäre, bevor das Investieren beginnt, erst in die unterschätze Assetklasse Bildung zu investierten. Aus deinen Fragen ist erkennbar, dass du gutes möchtest aber das Verständnis noch Lücken aufweist.
Finanzen müssen immer von einem selber geklärt werden, sodass man nicht abhängig entscheidet sondern versteht, was mit seinem Geld passiert. Erst das lässt einen ruhig schlafen.


#3

Erst mal danke für den ausführlichen Beitrag. Das Verständnis weist dahingehend Lücken auf, weil ich mit dem Programm noch nicht wirklich vertraut bin. Lt. deiner Aussage ist alles (A, B, C und D) Eigenkapital. In dem Fall wäre die Ansicht Asset Classes für 98 % der User obsolet. Wer kauft schon Aktien, ETF, OS und P2P Anlagen auf pump?
Gleichzeitig ist alles was nicht auf dem Konto/Tagesgeld liegt risikobehaftet. Da dies bei allen Anlagen (im obigen Beispiel) zutrifft, macht diese Ansicht auch keinen Sinn (für 98%).
Die Anlagen entscheide ich seit 25 Jahren für mich und wollte nur eine detaillierte Ansicht haben. Aber anscheinend ist der Ansatz von Andreas anders.
Wie dem auch sei, danke nochmal.