Feature-Anfrage: Optionale TWR ohne Transaktionskosten (reine Allokationsperformance)

Ich nutze Portfolio Performance hauptsächlich, um die Entwicklung meiner Asset-Allokation im Zeitverlauf zu analysieren.

Die aktuelle Time-Weighted Return (TTWROR) berücksichtigt Transaktionskosten (Gebühren) korrekt. In Portfolios mit:

  • festen Transaktionsgebühren

  • kleinen Anfangsinvestitionen

  • großen späteren Zuflüssen und ggf. einer Veränderung der Asset-Allokation

kann dies jedoch die langfristige TWR stark verzerren, sodass das Diagramm von einem einmaligen anfänglichen Kostenfaktor dominiert wird, der später wirtschaftlich irrelevant ist.

Konkretes Beispiel

Beispiel einer realen Transaktionsabfolge:

Tag 1
Kauf eines ETFs für 100 €, mit 5 € fixer Provision
→ Investierter Betrag: 95 €
→ Tägliche TWR ≈ −5 %

Tag 2
Kauf desselben ETFs für 15.000 €, erneut mit 5 € Provision
→ Die Provision ist nun relativ gesehen vernachlässigbar
→ Der ETF ist ein Geldmarkt-ETF mit sehr geringen täglichen Renditen

Da die TWR über die Zeit aufgezinst wird und Kapitalflüsse neutralisiert, bleibt der anfängliche −5 %-Effekt dauerhaft in der kumulierten TWR enthalten. Siehe die Screenshots meines Portfolios.

Infolgedessen bleibt das Performance-Diagramm über einen sehr langen Zeitraum nahe bei −5 %, obwohl das Portfolio in absoluten Zahlen eindeutig positiv ist. Ich verstehe klar, was das aktuelle Performance-Diagramm darstellt, aber als Investor ist diese Darstellung für mich weniger interessant.

Gewünschte Verbesserung

Für die Analyse der Allokation wäre eine optionale TWR-Berechnung ohne Transaktionskosten (Gebühren) sehr hilfreich, also eine rein preisbasierte Rendite, die widerspiegelt, wie sich die zugrunde liegenden Assets entwickelt haben – unabhängig von Handelskosten.

Konzeptionell würde sich dies wie ein synthetischer Indexfonds verhalten, der die Portfolio-Allokation ohne Kosten abbildet, während die Transaktionskosten weiterhin separat analysiert werden könnten.

Dies würde die bestehende TWR-Implementierung weder ersetzen noch verändern, sondern lediglich eine zusätzliche Ansicht bieten, die besser für die Analyse der Asset-Allokation, die Bewertung von Rebalancing-Strategien und die langfristige Überwachung der Portfoliostruktur geeignet ist.

Ich bin der Meinung, dass dies eine wertvolle Ergänzung für Nutzer wäre, die sich für Allokations- und Strategieanalysen interessieren, ohne die aktuelle TWR-Implementierung zu verändern oder abzuschaffen.

(Die beigefügten Screenshots veranschaulichen das oben beschriebene Beispiel.)

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Die TWR (Time-Weighted Return) ist eine Performance-Kennzahl, gerade weil Kosten, Friktionen und Timing Teil der Realität sind. Es fehlt hier der methodisch Mehrwert, diese Performance-Kennzahl um ein erklärungsbedürftiges Analyseinstrument zu erweitern.

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Ich verstehe die aktuelle Definition der TWR vollständig und schlage keinesfalls vor, sie zu ändern oder abzuschwächen.

Mein Punkt ist, dass die derzeitige Implementierung keine Analyse der reinen Asset-Allokations-Performance erlaubt, unabhängig von Transaktionskosten. Das ist in vielen Situationen sinnvoll, zum Beispiel bei der Bewertung eines hypothetischen Modellportfolios oder beim Vergleich von Allokationsentscheidungen über die Zeit.

Ich schlage dies ausdrücklich nur als zusätzliche, optionale Ansicht vor, nicht als Ersatz für die bestehende TWR.

Wenn Transaktionskosten als wesentlicher Teil der „Realität“ betrachtet werden, ist außerdem nicht klar, warum Portfolio Performance bereits erlaubt, die TWR vor Steuern zu berechnen, aber nicht ohne Gebühren. Steuern sind genauso Teil der Realität wie Gebühren, dennoch haben Nutzer hier bereits eine Wahlmöglichkeit.

Eine vergleichbare optionale Flexibilität für Transaktionskosten wäre konsistent und würde einen analytischen Mehrwert bieten, ohne die bestehende Methodik zu verändern.

Das stimmt, aber ich glaube den Punkt den @Rafa gemacht hat ist folgender:

Wieso möchtest du eine Kennzahl implementiert sehen die es in der Realität so nicht gibt?

Wenn du Gebühren bezahlt hast, bringt es wenig sie zu ignorieren, nur weil es dann besser aussieht.

Vergleichbarkeit könnte hier einer der Gründe sein.

Weil Gebühren eben dazu gehören, Steuer aber erst nachdem entweder Dividenden geflossen oder du einen Verkauf gebucht hast.

Darüber kann man jetzt streiten, ich verstehe deinen Punkt, aber um
ehrlich zu sein halte ich das für eine geschönte Halbwahrheit. Denn wer Gebühren bezahlt hat, sollte auch damit Leben.

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Danke für die Erläuterung, ich verstehe den Punkt und stimme zu, dass Gebühren grundsätzlich Teil der Renditeberechnung sein sollten.

Meine Sorge geht jedoch nicht darum, Gebühren auszublenden, damit es „besser aussieht“, sondern um die Robustheit der Kennzahl. In dem gezeigten Beispiel startet das Portfolio am 21. November mit −5 % Rendite allein wegen einer 5-€-Gebühr auf einen Trade von ca. 100 €. Wäre exakt derselbe Trade einen Tag später zusammen mit dem 15.000-€-Kauf ausgeführt worden, läge die Time-Weighted Return um etwa 5 % höher. Ökonomisch ändert sich nichts, die TWR jedoch erheblich.

Damit reagiert die Kennzahl sehr empfindlich auf kleine, einmalige Anfangstransaktionen und ist in solchen Fällen für den durchschnittlichen Anleger nur eingeschränkt aussagekräftig.

In der Praxis ist die Internal Rate of Return fü Portfolios mit Cashflows deutlich stabiler und informativer. Leider ist die IRR, wie ich in einem anderen Forenbeitrag erwähnt habe, derzeit nicht in den monatlichen oder jährlichen Heatmap-Widgets im Dashboard verfügbar.

Dann wäre es aber sinnvoller gewesen, die Feature-Anfrage bzgl IRR als monatliches Heatmap-Widgets anzuregen und nich TWR umzubauen.