Ich hab gerade nochmals darüber nachgedacht. Der Begriff “investiertes Kapital” trifft es eigentlich nicht richtig, sondern es sind eher “Zu- und Abflüsse” wie oben von Andreas auch angesprochen.
Wenn man bspw. als Test ein Wertpapier zu Kurs 100 € kauft und zu 50 € verkauft, so zeigt das “investierte Kapital” zum Depot weiterhin 50 €, obwohl man keinerlei Anteile besitzt.
Das investierte Kapital würde dann wohl eher in die Richtung gehen, dass Dividenden unberücksichtigt bleiben und bei den Verkäufen jeweils die Aktienanzahl bzw. Anteile im Verhältnis zum ursprünglichen Kaufpreis bzw. verbleibenden Investwert wieder in Abzug gebracht werden.
Wenn bspw. die Dividende/Thesauerierung zu einer Erhöhung führen würde so würde dies immer nur bei zukünftigen Verkäufen im jeweiligen Verkaufsverhältnis berücksichtigt.
Hallo Soundwave,
super vielen Dank für die äußerst umfangreichen Erklärungen und Beispiele zu dem Thema. Ich bin aus der Softwareentwicklungsbranche und komme leider mit vielen Deiner Ausführungen nicht mit. Bereits bei dem Beispiel Unternehmen 1
steige ich aus. Hab ich doch zu meinen 100 € noch 10 € dazubekommen, die ich investieren könnte, also inverstierbar sind.
Ich habe Deine Ausführungen mehrmals durchgelesen um sie zu verstehen bin irgendwann darauf gestoßen:
Ich beziehe mich aber auf das Diagramm in der “Vermögensaufstellung”. Dort würde ich schon eine Rechnung der in der Art
“Aktien gekauft für 100€, Dividende 10€ → Investiertes Kapital bleibt 100 € oder gerne auch Investierbares Kapital ist 110 €”
erwarten. Da mein Portfolio wenige Käufe/Verkäufe enthält, habe ich halt das Problem, dass die Kurve ‘Investiertes Kapital’ kontinuierlich nach unten geht obwohl sie eigentlich waagrecht verlaufen sollte.
Nochmals vielen Danke für Deine Mühe. Vielleicht verstehe ich es irgendwann.
Na ja: So geheimnisvoll ist die Kurve dann doch nicht. Sie stellt alle Einlagen, Entnahmen und Einlieferungen (vermutlich auch Auslieferungen) des/der Kontos/en dar. Käufe, Verkäufe und
Dividenden werden nicht berücksichtigt. Dies zumindest für ein reines Aktienportfolios.
Ich möchte das Thema auch nochmal aufgreifen und bin ebenfalls der Meinung, dass Soundwave recht hat!
Ich arbeite bei mir im Aktiendepot nur mit “Ein- und Auslieferungen”. Das heißt, der Kontostand ist immer “0”.
So kann ich über das Widget “Investiertes Kapital seit der ersten Buchung” die “einfache Rendite” bestimmen ("Was habe ich insgesamt investiert im Verhältnis zum aktuellen Wert…).
Die Dividenden sammeln sich auf dem Koto an.
Und jetzt kommt das Problem:
Werden die Dividenden in Aktien reinvestiert (eingeliefert), so steigt das “investierte Kapital seit der ersten Buchung” an. Das ist ja auch korrekt so.
Werden die Dividenden anderweitig verkonsumiert (also entnommen), so fällt das “investierte Kapital seit der ersten Buchung”. Das ist meiner Ansicht nacht aber FALSCH! Nur weil ich die Dividenden nicht wieder anlege, habe ich doch deswegen nicht wengier seit der ersten Buchung investiert!? Das verfälscht über einen längeren Zeitraum die Performance massiv!
Ich verstehe was ihr meint… und ihr habt ja auch recht.
Aber Dividenden, die ich „bar“ erhalte und nicht reinvestiere , dürfen doch nichts an meinem ursprünglich investierten Betrag ändern! Sonst könnte man das Ganze ja ad absurdum führen und ich hätte nach Jahren z.B. einen negative Gesamtinvestition, obwohl ich die Dividenden einfach nur entnommen habe…
Richtig, aber was ist daran falsch? Du hast halt mehr entnommen als du eingezahlt hast.
Vielleicht hilft dir folgendes Gedankenspiel noch zur letzten Überzeugung. Stell dir vor, du hast ein Wertpapier A, dieses zahlt eine Dividende und die Entnahme reduziert den Betrag nicht. Nun kaufst du von der Dividende ein Wertpapier B. Wie soll sich hier der investierte Betrag verhalten?
A: Er soll steigen. Dann muss das Geld entnommen worden sein beim Papier A, ansonsten hättest du aus Luft Geld gemacht (falls du das kannst, gib mir Bescheid, wir machen auch 80:20 für dich).
B: Er soll gleich bleiben. Dann hättest du eine viel bessere Entwicklung bei dem Papier B, die aber falsch ist, weil B diese gar nicht verursacht hat, sondern A.
Ich hab’s verstanden…
Einziges Problem ist bei Einlieferung… da hab ich ja keine Gegenbuchung auf dem Konto.
Ich lass das „Konto“ einfach immer weiter anwachsen, dann passt es mit der Berechnung…
Hm…
Ich investiere 100 €.
Nach 10 Jahren habe ich 200 € Dividenden bekommen, die sich auf dem Konto angesammelt haben.
Mache ich nix, habe ich insgesamt 100 € investiert.
Entnehme ich die 200 €, habe ich immer noch insgesamt 100 € investiert. Meine Aktienposition (also das gesamt investierte Kapital) bleicht doch gleich!
Du denkst nur in Aktienpositionen. Denk an das gesamte Depot incl. Verechnungskonto, bzw. die gesamte Menge aller Depots, Konten, whatever.
Die Summe des investierten Kapitals ändert sich doch auch, wenn Du nur ein paar EUR auf das Verrechnungkonto einzahlst, auch wenn Du es nicht anschließend in Aktien investierst.