Hallo zusammen,
Ich nutze Portfolio Performance für meine Vermögenentwicklung. Ich frage mich wie ich meinen Freibetrag (1k€ p.a.) dort berücksichtigen soll?
Bisher habe ich den Freibetrag direkt mit dem ausgeschütteten Betrag verbucht. Das führt im Grunde dazu, dass die früheren Ausschütter im Jahr quasi steuerfrei sind und die Erträge zum Ende des Jahres voll besteuert werden.
Verfälscht das nicht das Renditeergebnis von den Anlageklassen/Ausschüttern? Ist das Problem dem PP-Team bekannt - gibt es bereits eine Lösung dafür oder ist eine geplant?
Chat-GPT liefert dazu:
Gute Frage – und ja: So wie du es aktuell machst, kann es die Auswertung verzerren, je nachdem, was du analysieren willst.
Was passiert bei deiner aktuellen Methode?
Du verbuchst Ausschüttungen netto (also nach Steuern) und nutzt dabei implizit den Freibetrag zuerst. Dadurch:
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Frühere Erträge im Jahr → effektiv steuerfrei
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Spätere Erträge → voll besteuert
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Ergebnis: Die zeitliche Verteilung der Rendite wird künstlich verschoben
Für die Gesamtjahresrendite ist das meist egal
Für Vergleich von Anlageklassen oder Zeiträumen kann es aber verzerren
Das eigentliche Problem
Der Sparer-Pauschbetrag ist:
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personenbezogen
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jahresbezogen
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nicht an ein einzelnes Wertpapier gebunden
Portfolio Performance arbeitet aber auf Wertpapier-/Kontenebene.
→ Deshalb lässt sich der Freibetrag nicht “natürlich” korrekt zuordnen.
Bessere Vorgehensweisen (je nach Ziel)
Variante 1: Brutto erfassen (empfohlen für Analyse)
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Alle Erträge brutto (vor Steuern) buchen
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Steuern separat als eigene Buchung erfassen
Vorteil:
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Rendite der Anlageklassen ist vergleichbar und sauber
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Keine Verzerrung durch Steuerlogik
Nachteil:
- Steuerrealität (Cashflow) sieht man nicht direkt
Variante 2: Freibetrag anteilig verteilen (fortgeschritten)
Du könntest:
- den Freibetrag proportional auf alle Erträge verteilen
Beispiel:
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1.000 € Freibetrag / 10.000 € Kapitalerträge = 10% steuerfrei
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Jede Ausschüttung → 10% steuerfrei behandeln
Vorteil:
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Gleichmäßigere Verzerrung
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Besser für Performance-Vergleich
Nachteil:
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Manuell aufwendig
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Bleibt eine Näherung
Variante 3: Steuern komplett ignorieren (für reine Performance)
Viele machen:
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keine Steuern in Portfolio Performance
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nur Bruttowerte
Vorteil:
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“reine” Marktperformance
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perfekt für Asset Allocation Analyse
Nachteil:
- nicht realitätsnah für Vermögensentwicklung
Meine klare Empfehlung
Wenn du Portfolio Performance für Analyse & Entscheidungen nutzt:
Erträge immer brutto erfassen + Steuern separat buchen
Wenn du es für realistische Cashflows nutzt:
Deine aktuelle Methode ist okay – aber:
- nicht geeignet für feine Vergleiche zwischen Anlageklassen
Fazit
Ja, du hast recht:
Deine aktuelle Behandlung kann Renditen zwischen Anlageklassen verzerren.
Das liegt weniger an dir, sondern daran, dass der Freibetrag ein globaler Steuereffekt ist, während Portfolio Performance lokal rechnet.
Danke für die Hilfe und viele Grüße.