In welcher Währung sollte man Wertpapiere anlegen?

Hallo zusammen,

bin neu im Forum und habe PP seit einigen Wochen im Einsatz.

Das Thema mit den Wertpapierwährungen ist mir recht früh aufgefallen, aber ich habe es nicht so hoch bewertet und letztendlich die meisten Wertpapiere beim Import nach Buchungsbelegen angelegt.
Bei mir sind jetzt die meisten Papiere in EUR angelegt. Einige wenige wurden in USD gekauft und entsprechend erfasst.
Jetzt habe ich aktuellere Sparpläne bei einer anderen Bank angelegt und bekomme die Abrechnungen jetzt auf die gleichen Papiere in EUR statt wie bisher in USD. Entsprechend klappt der automatische Import nicht. Dieses Problem ist für mich nachvollziehbar und für sich genommen erstmal unschön, aber nicht weiter schlimm.
Anmerkung: Die Papiere die ich aktuell im Bestand habe sind ETFs plus 2 Fonds-Restposten.

Jetzt bin ich aber ins grübeln gekommen und habe die verschiedenen Wertpapiere (vorerst mal nur die ETFs) durchgeschaut und geprüft welche die Fondswährung laut extraetf.com sind. Viele der Papiere die bei mir in EUR bewertet werden sind in anderen Währungen notiert. Meist USD plus ein JPY.
Jetzt habe ich mich gefragt was eigentlich am meisten Sinn gibt von der Erfassung bzw. wie andere das handhaben.

Mal so grob die Varianten die ich sehe:
Variante 1: Papiere streng in WP-Währung erfassen
Ich prüfe vor Anlage die Währung und erfasse das Papier in der passenden WP-Währung.
Anmerkung: Bei Wertpapieren in Fremdwährung nutze ich ariva.de um die Kurse zu holen. Wirklich langfristige Kurse konnte ich nicht abholen. Zumindest nicht ohne viel manuelle Arbeit (mehrfache Anpassung der Daten-Url)
Pro:

  • Kurs in “richtiger” Währung mit Wechselkurs-Gewinn
    Contra:
  • Die Pflege der Wertpapiere ist recht aufwändig, da ich aktuell keinen Anbieter gefunden habe wo man langfristig Kurse in Fremdwährung holen kann.
  • Transaktionen müssen manchmal manuell angepasst werden. Wenn Papiere in anderer Währung gekauft werden, müssen die Transaktionen manuell adjustiert werden.

Variante 2: Papiere streng in EUR erfassen
Ich erfasse die Papiere einfach durchgängig in EUR.
Pro:

  • einfaches Handlich der Papiere. Vollständige Historie in EUR ohne viel Aufwand
    Contra:
  • Transaktionen müssen manchmal manuell angepasst werden. s.o.

Variante 3: wie es gerade anfällt (wie bisher)
Ich mache weiter wie bisher.
Pro:

  • kein Änderungsbedarf
    Contra:
  • irgendwie unklare Strategie bei der einfach das übernommen wird, was die Bank vorgibt.

So mal meine groben Gedanken.
Wie handhabt ihr das? Habt ihr Ergänzungen zu meinen Pros und Cons.

In diesem Zusammenhang auch die Frage an den Programmierer (der ja glaube ich viel mitliest): Ist es geplant in Zukunft mehrere Zeitreihen pro Papier hinterlegen zu können? Das würde ja auf jeden Fall das Transaktionserfassungsthema vereinfachen.
Ansonsten: Geniales Programm für einen tollen Preis :slight_smile:

Gruß,
Steffen

Das verstehe ich nicht. Was meinst du mit Zeitreihen?

Ansonsten: Die Wertpapierwährung legt für PP fest, in welcher Währung das Wertpapier gehandelt wird, in welcher Währung es Dividenden ausschüttet und in welcher Währung die Kurse vorliegen. Wenn bei einem Wertpapier diese drei Dinge in einer Währung zusammenfallen, solltest du diese als Wertpapierwährung nehmen. Schwierig wird es, wenn sie auseinanderfallen.

Ich habe mich wohl etwas knapp ausgedrückt. Verzeihung dafür. War eine Frage in Richtung des Entwicklers.
Ich fragte mich ob es in Zukunft wohl möglich sein wird Kurse in verschiedenen Währungen zu erfassen.

Ansonsten:

  1. Der Punkt mit den Ausschüttungen ist ein guter. Das sollte ich in meine Überlegungen einbeziehen.
  2. Wie gesagt: ich bin über das Probelm gestolpert, dass ich ein Wertpapier sowohl in USD als auch EUR gekauft habe ( da über zwei Depots an unterschiedlichen gehandelt). Insofern ist die Aussage in welcher Währung gehandelt wird nicht absolut zu beantworten.

Hallo Steffen,

eigentlich spricht nichts dagegen, die Wertpapiere so zu pflegen, wie du es in der Realität machst.
Zum Beispiel hab ich keine Fremdwährungskonten, weshalb meine Konten in EUR laufen. Ein Sparplan von mir kauft Anteile in USD, werden aber natürlich in EUR belastet … ja, man muss dann zusätzlich den Wechselkurs pflegen, der steht aber auf den Abrechnungen drauf.

Wenn du alte Buchungen in einer anderen als die aktuelle Währung hast, musst du dich entscheiden, ob du die unter unterschiedlichen Namen getrennt so weiter führst, oder ob du die alten Buchungen umrechnest.

Historische Kurse brauchst du doch nur einmalig zu erstellen und zu importieren :thinking:. Die CSV-Liste kannst du bei ariva generieren unter /[Wertpapier]/Kurse/historische Kurse/[unten rechts].

Vielleicht war etwas dabei für dich

1 Like

Danke erstmal für das Feedback.

Spannend finde ich tatsächlich, dass ich diverse Papiere in USD habe. Bei ebase steht da teilweise ein Wechselkurs dabei. ebase spielt ja selber Market Maker.
Bei Scaleable wird das immer komplett in EUR abgerechnet. Das macht ja wiederum sinn, da Scaleable ja über gettex (glaube München) kauft und verkauft.

Netter Name … btw…

Lustig wird es vor allem, wenn man zwar Papiere in EUR kauft, die Dividenden dann aber in USD kommen. Beim Kauf (über L&S z.B.) habe ich keinen Wechselkurs dabei und auf der Abrechnung steht alles in EUR. Die Dividenden haben dann alles in USD mit Wechselkurs.

Wie man es macht, es ist falsch :slight_smile:

Ich könnte jetzt natürlich den Kauf mit einem rückgerechneten USD-Kurs einbuchen, ist aber doof. Also habe ich jedes Papier zweimal angelegt, einmal mit EUR für die Aktie, einmal in USD für die Dividenden. Ebenfalls doof, funktioniert aber zumindest mal.

1 Like

Ich lege alle Einzelaktien in Heimatwährung an. Für den Kauf rechne ich dann einfach den EUR Kaufkurs in die jeweilige Währung um (bzw. benutze den Wechselkurs aus PP) und die Dividenden werden dann entsprechend Abrechnung eingetragen. Der zusätzliche Aufwand bei der Erfassung ist minimal, dafür stimmt das Gesamtbild meines Portfolios (für mich)

2 Likes

Jein, stimmt nicht ganz. Weil

  • ich den genauen Ausführungskurs in der Originalwährung und den Fremdwährungskurs nicht kenne, sind diese Werte dann nur geschätzt (ist wahrscheinlich kein großes Problem, aber unschön)
  • die Papiere sind irgendwo in Deutschland hinterlegt, daher kann ich sie nur an den deutschen Handelsplätzen wieder loswerden

Insofern macht es schon Sinn, das Papier als eigenes Instrument zu führen, auch wenn es irgendwie komisch ist.

Lustig sind auch Aktiensplits – da kriegst du dann die zusätzlichen Aktien in Originalwährung… sind aber bei Bank im Depot dann auch getrennt geführt.

1 Like

darum nutze ich den PP Umrechnungskurs. Das ist ja der gleiche, den PP auch nutzt um den USD Kurs in EUR umzurechnen (für die Performance) insofern stimm natürlich auch wieder der EUR Einstiegspreis und die umgerechnete Performance

ist das so? Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht! Ich wäre davon ausgegangen, wenn ich mein Depot z.B. zu Interactive Brokers umziehe, dass ich dann meine US Aktien brav an der NYSE/NASDAQ verkaufen kann…

Ja, grade ausprobiert was passiert wenn ich auf den Verkaufen-Button klickere: Bei den in EUR via L&S gekauften (“Lagerland Deutschland”) kriege ich alles deutschen Börsen, bei denen die ich per Aktien-Split bekommen habe (“Lagerland USA”) habe ich die NASDAQ.

Wahrscheinlich kann man gegen Einwurf kleiner Scheine das irgendwie umbuchen lassen, aber das probiere ich jetzt nicht aus…

Wenn du insgesamt dein Depot umsiedelst, werden wohl auch deine Aktien verschoben. Ich nehme mal an, die werden real keine Papieraktien mit der Post verschicken sondern das irgendwie virtuell umbuchen, aber rein konzeptuell passiert das.

1 Like

Spannend. Das ist natürlich von der Bewertung eines Papiers etwas unübersichtlich, weil Du quasi die beiden Erträge Kursgewinne bzw. Ausschüttungen manuell zusammenrechnen musst. Oder übersehe ich etwas?
Also zumindest wenn Du es für das Wertpapier wissen willst…

Hallo Community,

ich erweitere mal diesen Thread um keinen neuen aufzumachen. Ich habe aktuell das gleiche Problem.
Währung des ETF: USD
Handel über deutsche Plätze in EUR.

Sehe ich das richtig, dass ich nicht USD als Währung nehmen kann, aber den Kurs in EUR anzeigen lassen kann? Mich interessiert ja der EUR-Kurs. Man könnte ja so auch die EUR-Kurse einpflegen und Trotzdem Dividenden in Original-Währung richtig eintragen.

Habe aktuell alles in Euro, was aber jedes mal bedeutet, das ich selber immer alles umrechnen muss bei z.B. DIvidenden, um z.B. die bezahlten Steuern etc. “richtig” zu haben.

1 Like

Hi ABase,

ich kann dir nur sagen wie ich das mache.

Die Kontowährung bei mir ist EUR.
Die Kurse der Papiere hole ich mir in EUR. Auch wenn das Papier aus Japan, Australien, Kanada etc. ist. Der Kurswert wird ja immer auch in € angezeigt und automatisch umgerechnet.
Ebenfalls die Dividendenzahlungen, die ich per Pfd bekomme und dann einfach und bequem in PP importiere.

Mich interessiert der $Kurs nicht. Die Umrechnerei wäre mir zu viel. Wenn ich es richtig verstehe ist das nur für diejenigen nötig, die auch an ausländischen Börsen handeln, Währungskonten führen, oder den Währungsverlust/Gewinn wissen wollen.

1 Like

Ich habe mich inzwischen auch entschieden. Ich habe die wenigen ETFs die in USD gekauft wurden auch in EUR umgebucht. Das bedeutet logischerweise, dass ich einige Transaktionen von ebase nicht automatisch per PDF einbuchen kann. Das habe ich hingenommen. Insbesondere da ich bei anderne Depotbanken die gleichen Papiere in EUR kaufe. Dann wäre das Problem umgekehrt gewesen.

Ein wichtiger Punkt der mich zu dieser Entscheidung gebracht hat:
Gerade bei ETFs finde ich die Heimatwährung sehr uninteressant. Natürlich notiert ein iShares MSCI World in USD. Aber er legt das gesamte Geld weltweit an. Natürlich habe ich ein übermäßigen Anteil an US(D)-Papieren enthalten, aber auch Papiere aus Europa der Heimatbörsen in EUR notieren oder in GPB. Andere in Yen oder Rubel.
Das erscheint mir alles so unübersichtlich und unklar, dass ich am Ende auch einfach EUR nehmen kann.

Wenn ich mal wieder Aktien kaufen sollte, würde ich hier ggf. eher über die Heimatwährung nachdenken.

Ansonsten hoffe ich etwas das zukünftige Versionen von Portfolio Performance etwas flexibler mit den Währungen sind. Das also bspw. für ein Wertpapiere mehrere Bewertungskurse in verschiedenen Währungen hinterlegt werden können. Mal schauen…

welchen Sinn/Mehrwert hat das?

Worauf es doch letztlich ankommt ist die Performance in deiner Heimatwährung. Und die berechnet dir PP korrekt, egal ob du den Kurs in EUR oder USD abrufst.
Für die Performance in EUR ist es egal, ob du den Kurs in USD aufrufst, die USD Performance berechnest und diese dann in EUR umrechnest oder ob du den USD Kurs in EUR umrechnest und dann die Performance berechnest.

Du kannst übrigens noch weiter runterbrechen, dass die im MSCI World enthaltenen Wertpapiere Anteile von Unternehmen verbriefen, die überall auf der Welt Geschäfte machen und damit Umsätze in x verschiedenen Währungen erzeugen, die alle auf die Berichtswährung des Wertpapiers umgerechnet werden…