TTWROR bei einzelnem Wertpapier mit mehreren Nachkäufen unplausibel

Hallo zusammen,

ich habe mir vor kurzem ein Weltportfolio aus mehreren ETFs aufgebaut und wollte dies in Portfolio Performance mit Benchmarks (MSCI World) und anderen Welt-Portfolio-ETFs, wie zum Beispiel dem ETF von Gerd Kommer, vergleichen.

Mein Weltportfolio wird regelmäßig per Sparplan befüllt - stellt also kein Einzelinvestment dar.

Da die Portfolios in Portfolio Performance mit auf Basis des TTWROR verglichen werden, habe ich mich ein wenig mit der Kennzahl beschäftigt. U.a. habe ich mir auch den sehr guten Artikel in diesem Forum ( Wie ist meine Rendite? Was ist der Unterschied zwischen internem Zinsfuß und True Time-Weighted Rate of Return? ) durchgelesen.

Ebenso habe ich mit die Darstellung im Handbuch zu Portfolio-Performance ( Time-Weighted Rate of Return - Portfolio Performance Manual ) angesehen. Dort steht, wie sinngemäß auch im Forums-Artikel: “Der Zweck der zeitgewichteten Rendite (TWROR) besteht darin, die tatsächliche Marktrendite abzubilden und externe Faktoren wie Ein- und Auszahlungen auszuschließen.”
Das habe ich mal in Portfolio-Performance versucht darzustellen - der Einfachheit halber mit einem einzelnen Wertpapier. Nach meinen Verständnis müsste sich die TTWROR ab dem ersten Kauf (z.B. am 06.03. 5 Stk. zu je 119,816€, also insgesamt zu 599,08€) bis zum heutigen Tag (hier: 05.06.2026 mit Kurs 127,332€) aus folgender Formel ergeben: 127,332 / 119,816 - 1 ergeben, also 6,27. Das tut es auch (s. Screenshot - 1).

Allerdings, da ja Ein- und Auszahlungen bzw. neutralisiert werden, sollten weitere Käufe dieses EINZELNEN Wertpapieres (keine Gebühren, Steuern o.ä.) nach meinem Verständnis die TTWROR nicht verändern. Das tut es aber leider in Portfolio-Performance - und das verstehe ich nicht…

Simuliere ich einen Kauf von 10 weiteren Stück desselben Wertpapieres am 01.04.2026 zum Kurs von 122,346€ ändert sich die TTWROR aber au 6,69% (s. Screenshot - 2).

Die Rechnung von Portfolio-Performance lässt sich nachvollziehen, wenn man bei der manuellen Nachrechnung die beiden Teilzeiträume vom 03.06.2026 - 31.03.2026 (Kurs: 123,072, NICHT bis zum 01.04.2026) und vom 01.04.2026 - 05.06.2026 bildet. Würde man den ersten Teilzeitraum jedoch am 01.04. enden lassen und auf Basis dieses Kurses dann den zweiten Teilzeitraum (also auch ab dem 01.04.) berechnen würde die TTWROR sich nicht ändern, also bei 6,27 bleiben, was mir intuitiv logischer erscheint.

Sehr merkwürdig scheint es mit auch zu sein, dass sich die TTWROR sogar ändert, wenn man beim Nachkauf nur die Stückzahl ändert. Z.B. von 10 Stk. (TTWROR: 6,69) auf 100 Stk. (TTWROR: 6,87) (s. Screenshot - 3).

Das macht sich auch beim Performance-Vergleich deutlich bemerkbar (s. Screenshot - 4).

Gibt es dafür aus eurer Sicht irgendeine Erklärung?
Ich wäre sehr dankbar für jede Hilfe und Aufklärung!

Viele Grüße
Jörg

Kurz zur Erklärung:

Jede Aktion (Handel) wir in eine Teilperiode gepackt.

Für jede Periode wird die Rendite einzeln berechnet und am Ende geometrisch verknüpft.

Ja, das ist schon richtig, aber die Frage ist, wie Portfolio-Performance die Teilperioden aneinander reiht. In meinem Beispiel:

  1. 06.03. - 31.03.
  2. 01.04. - 05.06.
    => dies führt zu einem abweichenden Ergebnis im Vergleich zu nur einem Kauf.
    ODER
  3. 06.03. - 01.04.
  4. 01.04. - 05.06.
    => in diesem Fall wäre die TTWROR im Vergleich zu nur einem Kauf gleich.
    Für mich wäre das die intuitiv korrekte Berechnung. Ich weiß aber nicht, wie Portfolio-Performance intern die Teilperioden bildet und warum diese Designentscheidung getroffen wurde. Kann jemand genau diesen Punkt erklären?

Gebildet wird vom Kauftag bis zum Endtag deines Berichtszeitraums.

Ansonsten verstehe ich deine Frage nicht.

Hallo,

ich versuche meine Fragestellung nochmal darzulegen:
Der TTWROR soll Portfolios vergleichbar machen und ignoriert daher Kapitalzuflüsse und -abflüsse.

Wenn das so ist, dann lautet meine These:

"Bei einem einzelnen betrachteten Wertpapier, dass ich vom ersten Kauf bis zu einem bestimmten Tag betrachte, darf sich der TTWROR nicht ändern, egal ob ich nur nur einen einzelnen Kauf am Anfang getätigt habe (Einmalinvestment) oder ob dasselbe Wertpapier in der Zwischenzeit nachgekauft wurde (wie z.B. bei einem Sparplan).

Wie oben schon beschrieben ist das bei Portfolio-Performance nicht der Fall. Also entweder ist mein Verständnis deshalb nicht korrekt oder der TTWROR wird in diesem Fall nicht korrekt berechnet.

Zunächst mal alle wichtigen Kurse:
Datum Kurs
06.03.2026 119,816
31.03.2026 123,072
01.04.2026 122,346
05.06.2026 127,332

Nach meinem Verständnis müsste die Berechnung bei zwei Käufen so erfolgen:
Teilperiode 1: 06.03. → 01.04. HPR₁ = 122,346 / 119,816 = 1,02112
Teilperiode 2: 01.04. → 05.06. HPR₂ = 127,332 / 122,346 = 1,04075
TTWROR = 1,02112 × 1,04075 − 1 ≈ +6,27 %

Das würde dasselbe ergeben, wie nur ein Kauf am 06.03.
Periode = 06.03. → 05.06.: 127,332 / 119,816 − 1 ≈ +6,27 %

Erst recht darf sich der TTWROR nicht in Abhängigkeit der nachgekauften Menge ändern, das wie oben auch gezeigt.

Leider muss man da echt tief einsteigen. Aber für mich ist der TTWROR, den Portfolio-Performance hier bildet im Moment nicht nachvollziehbar. Es wäre echt toll, wenn das mal jemand nachvollziehen kann, um das zu prüfen.

Ich lade auch noch ein kleines Testportfolio zum nachvollziehen hoch.

Testportfolio_TTWROR.xml (19,3 KB)

Viele Grüße und Danke schon mal!
Jörg

Diese Annahme ist falsch, denn jeder Kauf hat seine eigene Teilperiode.

Wenn eine Teilperiode endet (z.B. am 31.03.2026 mit Kurs von 123,072€) und die nächste Teilperiode am 01.04.2026 beginnt (mit Kurs von 122,346) entsteht eine Lücke. Der Schlusskurs fiel über Nacht vom 31.03. auf den 01.04. von 123,072 auf 122,346. Diese Kursveränderung von −0,59% wird weder Teilperiode 1 noch Teilperiode 2 zugerechnet und verschwindet spurlos aus der Berechnung (Overnight-Gap).
Es wird also so getan, als ob am 31.03. alles zum Kurs von 123,072€ verkauft und am 01.04. mit Kurs von 122,346 wieder gekauft wird. Da die beiden Kurse nicht gleich sind, verschwindet hier ein kleiner Teil der Performance, die aber in Wirklichkeit da war. Insofern ändert sich dann auch der TTWROR und berücksichtigt so diese Lücke nicht.

Die Änderung der TTWROR bei Änderung der gekauften Stückzahlen dürfte nach meinem Verständnis auch nicht sein. Denn gerade Zu- und Abflüsse von Kapital sollten ja gerade herausgerechnet werden. Damit müsste es eigentlich doch egal sein, ob man am 01.04. 10 Stk. oder 100 Stk. des Werpapieres hinzukauft - ist es aber komischer Weise nicht.

Der TTWROR einer Position ist nicht identisch mit der reinen Kursrendite eines Wertpapiers.

Nachkäufe teilen die Haltedauer in mehrere Teilperioden auf. Dadurch kann sich der TTWROR ändern, auch wenn es sich um dasselbe Wertpapier handelt.

Wer ausschließlich die Kursentwicklung betrachten möchte, sollte die Kursrendite des Wertpapiers vergleichen, nicht den TTWROR der Position.

Ich möchte schon den TTWROR für ein ganzes Portfolio sehen. Dass ich hier nur ein einzelnes Wertpapier betrachte, geschieht nur aus Gründen der Vereinfachung. Mich würde interessieren, warum sich der TTWROR beim Nachkauf ändert. Das ist zugegebenermaßen sicherlich zu einem Teil eine akademische Diskussion. Ich denke, dass es an der Tatsache liegt, dass es zur Bewertung der Teilperioden nur Tagesschlusskurse gibt. Ist der Schlusskurs des Endes der ersten Teilperiode nicht gleich dem Schlusskurs des Anfangs der folgenden Teilperiode verschieden, entsteht ein Overnight-Gap. Es wäre interessant, wie Portfolio-Performance damit genau umgeht.