Annualisierte Rendite

Hallo Zusammen,

ich nutze PP seit knapp 2 Jahren und bin einfach begeistert, welche Möglichkeiten sich hier bieten. Vielen Dank und großes Lob an die Entwickler für dieses leistungsstarke Tool.

Was mir fehlt, ist die Übersicht über die annualiserte Wertentwicklung meines Portfolios. Idealerweise den kumulierten Werten gegenübergestellt, wie man es beispielsweise von fondsweb kennt.

z.B.: ETF MSCI WORLD

Wertentwicklung Kumuliert

|laufendes Jahr|-1,52%
|1 Jahr|+5,70%|
|3 Jahre|+25,04%
|5 Jahre|+43,78%
|10 Jahre|+151,29%

Annualisiert

|1 Jahr|+5,70%
|3 Jahre|+7,73%
|5 Jahre|+7,53%
|10 Jahre|+9,65%

Ist diese Darstellung der Wertentwicklung möglich?

Danke vorab und schönes Wochenende
tcd

2 Like

Der IZF wird immer annualisiert dargestellt, die TTWROR nie. Wenn du es anders haben willst, mußt du selbst umrechnen.

Danke für die schnelle Antwort, aber ich glaube, dass das nicht die Lösung meines Problems ist. In meinem obigen Beispiel hat der MSCI WORLD ETF in 10 Jahren eine Wertentwicklug von 151,29% gehabt. Sprich alle 10 Jahre kumuliert.

Anualisiert ist die Performance des MSCI WORLD in Bezug auf die letzten 10 Jahre durchschnittlich 9,65% / Jahr.

Wie kann ich mir in diesem Beispiel in PP diese 9,65% anzeigen lassen?

Wenn ich den Berichtszeitraum beispielsweise von 2011-2020 auswähle bekomme ich immer ein kumuliertes Rendite-Ergebnis, nicht aber ein anualisiertes Ergebnis (z.B. durchschnittlich 9% pro Jahr).

Wie gesagt, es geht mir darum zu ermitteln, wieviel % mein Portfolio im Durchschnitt jedes Jahr abwirft (z.B. über die letzten 10 Jahre.

Hier mal der Link zu fondsweb. Ich hoffe das ist erlaubt. Veranschaulicht aber worauf ich hinausmöchte,

Schönes Wochenende
tcd

Hallo tcd,

wenn ich dich richtig verstanden habe, möchtest du dein Portfolio bzw. deine Strategie als Anlagevehikel mit anderen Geldanlagen bewerten und zwar auf die gleiche Weise, wie es auch bspw. bei Fondsweb Usus ist. Ich kenne den TTWROR aus Portfolio Performance auch nur als kumulierten Wert und müsste mir den annualisierten Wert selbst ermitteln. Der IZF, der zwar von vornherein annualisiert dargestellt wird, führt hier leider von der Logik her nicht weiter. Ein kleiner Nachtrag von mir: Ich vermisse die annualisierte Darstellung der Volatilität, wie ich sie aus eben jenen Vergleichsportalen kenne.

Viele Grüße
Blackfish

Hallo tcd,

wie chirlu schon sagte, im Dashbord ist so eine annualisierte Darstellung nicht möglich. Du kannst dir höchsten aus dem TTWROR der betreffenden Zeitreihe den annualisierten Wert selber ausrechen (n-te Wurzel aus TTWROR, wobei n die Anzahl an Jahren ist). In der Wertpapier Übersicht sind verschiedene andere Auswertungen pro Wertpapier (da aber eben nicht auf Portfolioebene) möglich. Ob da das richtige für dich bei ist müsstest du mal gucken.

@Blackfish
was genau meinst du mit annualisierter Darstellung der Volatilität? Du kannst dir im Dashbord doch die Volatilität als Widget erstellen und dann den Zeitraum so wählen wie du möchtest (letzte 1,2,3,X Jahre, 2014,2015,2016,20XX). Ist das nicht das, was du meinst? Volatilität ist nichts, was man (sinnvoll) annualisieren kann. Das ist die durchschnittliche Abweichung der Tagesrenditen von der durchschnittlichen Rendite in einem bestimmten Zeitraum.

1 Like

Das geht schon – hier hast du ein paar Formeln: https://en.wikipedia.org/wiki/Volatility_(finance)#Mathematical_definition
Ob es sinnvoll möglich ist, sei dahingestellt. :wink:

Hallo @SgtWinter,

grundsätzlich könnte ich es schon so machen wie du sagtest und mir die Zeiträume entsprechend legen oder aber ich exportiere die Daten und ermittle diesen Wert in Excel. Ich betrachte es jedoch als Workaround bzw. verfälsche ich im ersten Fall sogar das Ergebnis leicht. Die annualisierte Volatilität für einen Dreijahreszeitraum kann anders sein als die annualisierte Volatilität für einen Zehnjahreszeitraum. Sie ist eben auch dynamisch, wird aber auf lange Sicht auch um einen empirischen Erwartungswert schwanken.

@chirlu
Fondsweb und andere Vergleichsportale annualisieren die Volatilität ebenfalls. Für mich ist es wichtig, um das Risikoprofil verschiedener Anlagen zu beurteilen. Wenn Portfolio Performance keine Annualisierung zulässt, führt es dazu, dass das Risiko bei Zeiträumen kleiner als ein Jahr kleiner dargestellt wird und bei längeren Zeiträumen eben umgekehrt. Ich benötige empirische annualisierte Renditen und Volatilitäten, um gemäß der modernen Portfoliotheorie nach Markowitz Risiko-Rendite Simulationen für unterschiedliche Geldanlagen und Anlagezeiträume durchzuführen.

Viele Grüße
Blackfish

Das heißt, du willst die täglichen Schwankungen, die PP ermittelt gerne auf jährliche Schwankungen hochrechnen?

Wenn du aber die Schwankung aus dem ersten Quartal nutzt um damit auf die Schwankung des Gesamtjahres zu schließen, ist das Ergebnis doch auch eher Kaffeesatzlesen, als alles andere.
Überhaupt, mit Vergangenheitsdaten „das optimale“ Portfolio für die Zukunft erstellen ist halt erfahrungsgemäß auch immer mehr oder weniger zum scheitern verurteilt.

Du benötigst? Wofür? Machst du das Professionell? Dann sollte es bessere Software geben als PP (PP ist halt kein Investment/Anlage Tool, sondern primär eine Visualisierung der Vergangenheit). Machst du es für dich? Dann wäre mein Rat, nimm Geld nicht zu wichtig! Überleg dir eine Strategie, zieh die durch und nutze die gewonnene Zeit um was mit Freunden/Familie zu unternehmen oder dich weiterzubilden.

Ja genau, ich möchte die Volatilität gerne annualisiert betrachten, wie es gängige Praxis in der Finanzwelt ist.

Sicherlich kann die Vergangenheit nicht einfach in die Zukunft übertragen werden, doch je länger die betrachteten Zeitreihen werden, desto mehr nähern sie sich einem empirischen Mittelwert an, dies gilt insbesondere für den Bereich eines breitgefächerten Aktienportfolios. Ich kann dir im Bezug auf diese These gerne Klassiker wie „Die intelligente Asset Allocation“ von William J. Bernstein bzw. „Asset Allocation“ von Menzel und Rodenwaldt ans Herz legen.

Ich mache es nicht professionell, sehr wohl aber für meinen engsten Kreis. Viele benötigen eine Vorstellung vom Risiko der Aktien, da sie jahrelang nur Bankkonten, Bausparverträge und Versicherungsprodukte gewohnt waren. Portfolio Performance ist mir eine große Hilfe und erfüllt bis auf kleine Details all meine Erwartungen.

Wenn Ratschläge zu Schlägen werden…

Das ist meine Strategie, ich ziehe sie durch und einmal festgelegt ist sie so zeitintensiv, wie ein Tagesgeldkonto zu führen (vgl. Gerd Kommer, Buy and hold).

Viele Grüße
Blackfish

Das sollte nicht böse gemeint sein! Für mich klang das nur nach endlosem Suchen nach möglichen Strategien, mühsamen auswerten historischer Daten um damit dann diverse Simulationen für mögliche Zukünfte anzustellen. Also ein enormer, durchgängiger Zeitaufwand.

Ist es dafür denn wichtig annualisierte Volatilität zu haben? Ich bin mir jetzt, wo wir über das Thema diskutieren gar nicht mehr so sicher, was mir PP genau anzeigt. Also ich sehe im Widget, dass mein Portfolio seit bestehen eine Volatilität von ca. 14% hat. Das ist ja aber keine „Tagesvolatilität“, so heftig schwanken die Aktien dann ja doch nicht. Aber in welchem Zeitraum habe ich dann Schwankungen von +/-14% zu erwarten (bzw. x-fache Standardabweichung je höher mein Konfidenzintervall)?
Wie du schon sagtest, lange historische Reihen sind relevant. Hilft es mir zu sehen, dass die 10Jährige Volatilität 15% beträgt, die 3 Jährige nur 10%? Was schließe ich daraus? Wird mein Investment sicherer, oder erwarte ich ein reversion-to-the-mean und stelle mich auf zukünftig deutlich höhere Volatilität ein?

Und noch ein persönliches „Argument“ von mir. Ich hatte bis vor 1,5 Jahren auch keine Aktien. Kannte bis dahin also auch keine Schwankungen. Aber da ich mein Geld langfristig anlege ist es mir tatsächlich vollkommen egal (also so komplett) wie sehr das schwankt, solange der langjährige Trend nach oben geht. Im Gegenteil, ich habe mir zu Beginn der Coronakrise tatsächlich den Spaß gemacht und täglich ins Depot geguckt (an einem Tag +20€ am nächsten Tage -50€). Das war eine Zeitlang wirklich unterhaltsam, hat aber auch sehr schnell seinen Reiz verloren (ok, es schwankt. mal in die eine, mal in die andere Richtung)!
Ich finde ein langfristchart (50+ Jahre) vom S&P500 o.ä. viel „beruhigender“ als irgendwelche Analysen über irgendwelche statistischen Verteilungen.

2 Like

Ja, ich sehe es ebenso. Die langfristige historische Rendite eines S&P 500 ist sehr beruhigend und viel greifbarer bzw. anschaulicher, als statistische Analysen. Ich bin auch noch nicht solange an der Börse, genau genommen zweieinhalb Jahre bzw. beschäftige ich mich seit vier Jahren mit dem Thema Geldanlage und Finanzen. So wie du fand ich es anfangs noch interessant, täglich in mein Portfolio zu blicken, obwohl es mich als langfristigen Anleger rein objektiv betrachtet gar nicht hätte tangieren müssen, da eh keine Verkaufs- bzw. Umschichtungsabsichten bestanden. Ich glaube, dass sich unser beider Strategien gar nicht so unterscheiden.

Warum mache ich dann aber doch diese statistischen Betrachtungen? Ich mache es, um Anlagestrategien vergleichen zu können, Asset-Allokationen erstmalig festzulegen und einen Vorgeschmack darauf geben zu können, was in einem bestimmten Zeitraum für ein Ablaufwert inkl. Konfidenzintervall zu erwarten ist. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass es sich um statistisch gemittelte Werte handelt und unterstellt wird, dass eine Normalverteilung vorliegt. Da ich die Kalkulation auf Jahresbasis durchführe, brauche ich eben genau diese annualisierten Werte der Volatilität. Analog handhaben wir dies auch in der industriellen Praxis so und ermitteln bspw. die Ausschussraten über Verteilungsfunktionen. Diesen Aufwand betreibe ich allerdings nur bei der erstmaligen Erstellung eines Portfolios. Später interessiert es mich nicht mehr, ob dann bspw. die annualisierten Volatilitäten für drei- bzw. zehn Jahre um 5% verschieden sind.

Was zeigt mein Portfolio Performance an? Gemäß Fondsweb müsste der S&P 500 eine annualisierte Volatilität zwischen 13% und 16% aufweisen, je nach Betrachtungszeitraum. Für das letzte Jahr läge sie aufgrund der Coronasituation bei 21% und hier erwarte ich dann tatsächlich eine reversion-to-the mean, die ja eigentlich schon eingetreten ist. Portfolio Performance zeigt mir für den S&P 500 allerdings eine Volatilität von 32% an und dies liegt eben genau daran, dass es sich um eine zweieinhalbjährige Volatilität handelt. Ich glaube, dass das bei deiner Portfoliodatei auch nicht anders ist und diese 14% sich auf die eineinhalb Jahre beziehen, seitdem du dabei bist.

Im Grunde ist es durch ein bisschen Mehraufwand nicht so tragisch, dass Portfolio Performance sie nicht annualisiert. Ist immer noch ein klasse Tool bzw. das beste Produkt das ich als Privatanwender kenne (probierte auch schon mal eine Probeversion von Lexmark…), aber trotzdem würde es mich freuen, wenn es vielleicht in Zukunft doch noch implementiert werden könnte.

Bin gerade unterwegs aber gibt es nicht eine Volatilität im Berichtszeitraum? Dann könnte man doch den Zeitraum oben auf 01.01.xxxx - 31.12.Xxxx stellen und hätte eine annualisierte Volatilität oder?

Grundsätzlich wäre das dann die annualisierte Volatilität für explizit ein Jahr. Ich möchte aber gerne längere Zeitreihen bis hin zu historischen Zeitreihen annualisieren um außergewöhnliche Jahre wie 2020 bzw. auch 2008 oder 2000 zu glätten, bei denen sie signifikant höher lag. Wähle ich längere Berichtszeiträume in Portfolio Performance, so wächst auch die Volatilität, aber nicht weil die Schwankungen am Markt höher werden, sondern weil Portfolio Performance nicht annualisiert.