Wie bilde ich korrekt einen Spin-off ab?

Danke!!! Mir geht es auch um die Performance!!

Und was ist hier der Unterschied zur Buchung einer Einlieferung mit dem Kurs des Einstandspreises?

Hast Du die Beiträge weiter oben gelesen?

Hallo zusammen,

aufgrund der Vielzahl an Antworten und Meinungen bin ich jetzt doch etwas verwirrt, daher habe ich noch einige Fragen. Sorry.

In meinem Beispiel hätte man 10 Siemens Aktien.

1.) Erfolgt dann die Einbuchung der 5 erhaltenen Siemens Energy Aktien zum Einstandskurs von 22,01 € (erster Kurs) oder zu 6,05 €?

2.) Ich verstehe, wir wollen die Performance abbilden, das will ich auch. Aber bewerten wir dann bei einer Einbuchung zu 6,05 € den Einstandskurs nicht etwas niedrig und verfälschen damit unsere Performance wieder?

3.) Selbst wenn ich die Performance abbilden will: Die Broker behandeln dies nach der oben genannten Fußstapfen - Methode. Wenn ich irgendwann Gewinne oder Verluste realisiere, dann wirkt sich die Steuerlast doch ganz anders aus, als ich das nach PP erwarten würde. Bzw. spätestens dann wirkt sich dies doch dann auf meine Gesamt - Performance aus, oder?

Danke Euch!

Grüße

Bei dieser Abspaltung (spin-off) fließt ja aus deiner Sicht kein Geld: Weder zahlst du frisches Geld ein, noch bekommst du etwas heraus. Dieselben Vermögenswerte, die du bisher über den Korb Siemens-Aktie gehalten hast, hältst du danach immer noch, nur aufgeteilt auf zwei Körbe (kleinere neue Siemens und ganz neue Siemens Energy).

Um das abzubilden, kannst du also zum Beispiel die neuen Siemens-Energy-Aktien mit einem Anschaffungspreis von 0 einbuchen und bei Siemens nichts verändern. Damit bleibt das Gesamtbild erhalten (investiertes Kapital, Wertentwicklung des gesamten Portfolios).

Genauso gut kannst du aber die Siemens-Energy-Aktien zu 20 Euro einbuchen, wenn du zum Ausgleich dieses Geldflusses im Gegenzug den Siemens-Aktien dieselbe Summe entziehst, über eine fiktive Dividendenzahlung. Weil die neuen Aktien im Verhältnis 2:1 ausgegeben wurden, entsprechen die 20 Euro pro Siemens-Energy-Aktie einer Dividende pro Siemens-Aktie von 10 Euro.

Und ebenso kannst du einen Wert für die Einbuchung von 18 Euro, oder 10 Euro, oder 6 Euro nehmen; dem muß nur eine entsprechende Dividendenbuchung gegenüberstehen, von 9 Euro, 5 Euro oder 3 Euro. In jedem dieser Fälle bleibt das Gesamtportfolio richtig.

Außer dem Gesamtbild gibt es aber noch die separate Betrachtung von Siemens einerseits und Siemens Energy andererseits. Aus dieser Perspektive wäre die Einbuchung zu 0 Euro auf jeden Fall falsch – dadurch würde die Wertentwicklung von Siemens Energy weit übertrieben dargestellt und die von Siemens viel zu schlecht. Es gibt aber keine eindeutige Antwort, was richtig ist: der erste Handelskurs von Siemens Energy, der (doppelte) Kursabschlag von Siemens, oder irgendetwas dazwischen. Die Entscheidung ist mehr Kunst als exakte Wissenschaft. Persönlich würde ich (ich habe keine Siemens) „irgendetwas dazwischen“ nehmen.

Das stimmt, gilt aber für andere Aspekte auch (z.B. Altbestände vor 2009, veränderte Anschaffungskosten durch Dividenden aus dem Einlagenkonto, Teilfreistellung). Das Steuerrecht ist sehr kompliziert (und je nach Land völlig unterschiedlich), und PP ist nicht dafür gedacht, es abzubilden.

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Hallo

auch ich bin erst seit kurzer Zeit dabei und bin erstaunt was das Programm alles bietet.

Aber mit dem SpinOff von Siemens bin ich nicht klar gekommen.

  • einerseits ist dies eine Ausschüttung auf der Siemens Stammaktie
  • andrerseits muss die neue Aktie erfasst werden

Den Wert der neuen Aktie als Ertrag / Dividende der Stammaktie zu buchen und die neue Aktie mit dem Einkaufswert von 0.00 zu erfassen ist eine Möglichkeit. Doch sieht man nicht transparent woher die Siemens Ernergy kommt.

Gibt es da eine andere Lösung ?

Viele Grüsse

@HeinEig den Gesamt-Wert der erhaltenen Energy Aktien zum Zeitpunkt des Spin-Offs trägst du als Dividende der Siemens Aktien ein. In selber höher kaufst du die Energy Aktien.

Leider, wie du richtig erkannt hast, ist dies in PP nicht transparent. Denn es kennt derzeit nur „Cash“-Dividenden als Ertragsform.

Dasselbe Schema nutzt man bei der zwangs Reinvestition von Dividenden. Es gibt spezielle Situationen, bei denen man nicht über die Dividenden verfügen kann und diese „zwangsweise“ reinvestiert werden (ich meine weder thesaurierende Fonds, noch optionale Einstellungen beim Broker, die Dividenden zu reinvestieren). Das ist insofern schade, als dass die Dividenden-Charts alle Erträge anzeigen und nicht nur „Cash“-Dividenden. Die Unterscheidung der Ertragsform würde ich mir für die schönen Charts wünschen. Aus Performance-Sicht ist das aber natürlich Bockwurst.

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Hallo Community, wie verbucht Ihr den Spinoff z.B. Pfizer / Viatris ?! Danke !!!

Was hast Du denn nach Kenntnisnahme von https://investors.pfizer.com/investor-news/press-release-details/2020/Pfizer-Completes-Transaction-to-Combine-Its-Upjohn-Business-with-Mylan/default.aspx für Buchungsmöglichkeiten für Dich entdeckt? Und was gefällt Dir daran nicht? Oder was führt zu dieser Umfrage - eine konkrete Frage stellst Du ja nicht.

Satzzeichen sind übrigens keine Rudeltiere :wink:

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Moin Moin, auch mich würde interessieren, wie Ihr den Pfizer / Viatris Spin-Off verbucht.
Ich habe folgende Ausgangssituation:

Ich hatte zum 16.11.2020 insgesamt 37,386 Pfizer Aktien zu einem Einstandswert von 1.154,00 € (entsprechend 30,8672 €/St.) im Depot.
Am Freitag, den 20.11.2020, wurden mir durch den Spin Off 4,639 Viatris Aktien zugeteilt. Für diese Zuteilung/Einlieferung wurden mir insgesamt 15,72 € an Steuern vom WP-Abwicklungskonto abgezogen.
Der „neue“ Einstandskurs der Pfizer Aktien hat sich nach dem Spin-Off auf 29,80 €/Stück reduziert.
Die Viatris Aktien stehen jetzt zu einem Einstandskurs von 8,69 €/St. in den Büchern.

Ich habe jetzt die Einlieferung der 4,639 Viatris Aktien in PP via „Einlieferung“ zu eben jenen 8,69 €/St. vorgenommen. Problem - Wie bilde ich jetzt den mir entstandenen Kostenpunkt für die Zuteilung ab, damit einerseits der Kontosaldo stimmt und andererseits auch der steuerliche Einstand der Viatris Aktien?

Außerdem - wie reduziere ich (Liquiditätsneutral/Ertragsneutral) den steuerlichen Einstandskurs von Pfizer?

Egal, was ich mache irgendwas davon klappt nicht. Eine negative Dividende wäre aus meiner Sicht für Viatris die Beste Lösung, negativ kann ich aber nicht erfassen.
Bei Pfizer habe ich leider so gar keine Idee.

P.S. Bei Siemens gab es keine Probleme, da mein Broker die zugeteilten Bezugsrechte verkauft hat, so dass ich den mir gutgeschriebenen Betrag einfach als Cash-Dividende hinter Siemens gehängt habe - damit war alles fein dargestellt.

Ich habe 490 Pfizer-Aktien.
Pro Pfizer-Aktie gibt es 0,1240789 Viatris-Aktien
Am Wochenende 21.11. hat mir die comdirect 60,798 Viatris eingebucht.
(„Die angefallenen Aktienbruchteile werden in bar vergütet.“)
Bewertet wurde das am Wochenende mit 14,45 €. Macht bei mir 878,53 €
Wie verbuche ich?

  1. Ich verbuche eine Pfizer-Dividende von 878,53 auf das Verrechnungskonto
  2. Ich verbuche einen Kauf (über das Verrechnungskonto) von 60,798 Stücken Viatris zu 878,53 €, Kurs 14,45 € (Offenbar war das der End-of-day-Kurs von Viatris vom Freitag. Die Firma existiert ja schon!)
    Wenn die comdirect im Nachgang noch steuerlich etwas „korrigiert“, muß ich neu nachdenken…

Fortsetzung:
Soeben reingekommen: comdirect bucht 206,03 € Steuer ab. Das sind 0,42047 € pro Pfizer-Aktie, bzw. 3,38876 pro Viatris-Aktie.
Also korrigiere ich die Dividenden-Buchung von Punkt 1 um die Steuer.
Punkt 2 bleibt unverändert.

Moin Tobias,

durch den Zwangsverkauf der Bruchstücke hast du ein Problem weniger als ich, durch diese zusätzliche Zwangs-Habenbuchung könnte ich meine Steuersollbuchung in die Viatris-Verkaufsbuchung integrieren, so dass die Kasse wieder stimmen würde. Auch der Einstandskurs der Viatris-Aktien mit den theoretischen Anschaffungskosten könnte dann normal als Einlieferung erfolgen.

Offene Probleme bestehen aber weiterhin in der Korrektur der steuerlichen Anschaffungskosten von Pfizer und der in PP ausgewiesenen realisierten Dividendenzahlung - die ich jedoch gar nicht (cash) erhalten/realisiert habe.

Das würde meine angezeigte Performance bis zu einem eventuellen Verkauf der Viatris-Aktien verzerren - und genau das wollte ich vermeiden.

Die in Summe sauberste Löschung erscheint mir, wenn ich die Viatris Einlieferung mit 0,00 € ansetzen würde (was leider nicht geht, mindestens 0,01 € muss sein). Dann hätte ich zumindest saldiert (also Pfizer und Viatris wieder meinen Euro-Einstand von 1.154,00 €) - das würde zwar in der Einzelbetrachtung die Performance von Pfizer und Viatris verfälschen - in der Gesamtportfoliobetrachtung würde der Wert dann aber mit einer Abweichung von 0,01 € stimmen.

Für die aktuelle Steuersollbuchung wegen der „Sachdividende“ müsste ich dann bis zur ersten Dividende plus ggf. weitere Zahlungen von Viatris warten, bis die Steuersollbuchung ausgeglichen ist. Das Kassenbuch würde dann zwar solange nicht mehr stimmen, wenn das aber irgendwann erledigt ist zumindest wieder der jeweils aktuelle Saldo. Die realisierten Erträge (Dividenden) in der Übersicht würden damit zumindest auch nicht verfälscht werden.
Alles nicht schön, aber wohl auf lange Sicht noch die beste Variante - oder hat noch jemand eine andere Idee?